Das ist hohl, ist das stabil?

Ein hohles Windsurfboard – das ist schon lange nichts Neues mehr. Hält das denn was aus?


Zu dem Thema Stabilität liest und hört man unterschiedlichste subjektive Meinungen oder auch reale Erfahrungsberichte. Der eine schwört zum Beispiel auf sein "altes Airinside", der andere hat es womöglich bei der ersten Session zerstört. Sicherlich ist das immer auch eine individuelle Frage, ob der eine ein Board lange Zeit fahren kann oder ob es unter dem brachialen Fahrstil des anderen schnell kaputt geht.


Wir haben den Eindruck, dass bisherige Hohlbau-Konzepte primär darauf gezielt haben, durch das weglassen des Kerns ein möglichst leichtes Board zu bauen (neben manchen anderen Vorteilen in der Fertigung). Unser Konzept stellt nicht allein die Tatsache, dass das Board ein Hohlkörper ist in den Vordergrund, sondern auch, dass es dabei wirklich stabil und haltbar ist, dass es in ein Workshop-Format passt und dass es als DIY-Kit mit einer sehr hohen Erfolgsgarantie zu Hause gebaut werden kann. In Sachen Gewicht soll es einfach konkurrenzfähig mit den aktuellen Serienboards sein.


Wie ist ein Serienboard aufgebaut?


Bei einem 100 Liter Board macht der Kern etwa 1,5 Kg aus. Er dient zu einem großen Teil der Formgebung, um außen herum eine stabile Sandwich-Außenhaut zu modellieren: Gewebe + Sandwich-Kern (meist PVC-Hartschaum) + Gewebe.

Diese Sandwich-Konstruktion bildet eine leichte und trittfeste Außenhaut, die verhindert, dass man zu schnell mit der Ferse im weichen Schaumkern steht.

Auf das gesamte Board betrachtet hält der Kern das Deck und das Unterwasserschiff auf Abstand, was wiederum einen Sandwich-Verbund bildet und das zerbrechen des Boards verhindert.

Je nach Wahl der verbauten Gewebe und der Stärke der Sandwich-Platten, erzielt man ein stabileres-schwereres oder labileres-leichteres Board. Will man innerhalb eines gewissen Gewichtsrahmens bleiben, lässt sich die Stabilität ab einem gewissen Punkt nicht mehr erhöhen.

(Wem das Prinzip Sandwich-Konstruktion nicht geläufig ist, hier gibts Infos: https://de.wikipedia.org/wiki/Sandwichbauweise und bald auch hier im Blog.)


Und was macht ALALJOJO anders?


In den 1,5 Kg des Schaumkerns + Gewicht des Harzes, der im Schaumkern für eine solide Verbindung zum Gewebe versickert + Gewicht von Verstärkungen, die nötig sind, um Inserts im weichen Schaumkern sicher zu verankern, in diesem Gewicht sehen wir Potential für unsere hohle und gleichzeitig sehr stabile Bauweise.

Wir verteilen das Gewicht, das wir uns durch das Weglassen des Kerns sparen, teilweise auf die Stärke der Sandwich-Platten, die wir für unsere Boards verwenden. Somit erzielen wir eine enorme Steifigkeit für unsere Deck- und Unterwasserschiffschalen.


Dazu haben wir im Vorfeld Versuche und Berechnungen gemacht.


Erkenntnisse

> Sandwichplatte von 4 auf 8 mm erhöht die Steifigkeit (mit einfachem Laminat) um das 3,7 fache

> einseitige Verstärkung (z.B. nur Außenlaminat aufdoppeln) erhöht die Steifigkeit eines 8mm Sandwiches um das 1,8 fache

> Sandwichplatte von 4 auf 18 mm erhöht die Steifigkeit (mit einfachem Laminat) um das 18 fache

> eine leichte Wölbung (Radius 1m) erhöht die Steifigkeit um das 35 fache



Wie ist "Willi" aufgebaut?


Für unser Freestyle Board "Willi" verwenden wir im Deck 8 mm starken PVC-Hartschaum und im Unterwasserschiff 10 mm, partiell 18 mm starken PVC-Hartschaum als Sandwich-Kern. Das Deck ist durch seine Kuppelform in sich schon stabiler als das eher flache Unterwasserschiff, daher kommen wir im Deck mit weniger Stärke verglichen mit dem Unterwasserschiff aus. Damit ist unser Sandwich-Verbund im Deck und im Unterwasserschiff jeweils mindestens doppelt so stark verglichen mit einem Serien Freestyle Board. Wer die Grafik oben liest sieht, dass das dadurch sehr, sehr viel aushält. Ein 8 mm starker Sandwich-Verbund hat im Vergleich zu einem 4 mm starken bei gleichem Laminataufbau mehr als die dreifache Steifigkeit. Doppelt man das Laminat außen auf, verdoppelt sich die Steifigkeit fast noch einmal. Durch diese massiven Sandwich-Verbunde reicht uns auch die Verbindung von Deck und Unterwasserschiff über unsere Rail-, Nose- und Tail-Belts. Wir brauchen keinen Kern oder Stringer, um diese auf Anstand zu halten und ein Zerbrechen zu verhindern (vgl. oben).



In zwei Jahren seit dem ersten Prototypen haben wir es noch nicht geschafft "Willi" durchzutreten oder zu zerbrechen. Als wir letztens die Footpads eines einjährigen Prototypen für einen kontrollierenden Blick entfernt hatten, haben wir keinerlei Verformung durch Fersen oder Fußballen feststellen können.


Unabhängige, wissenschaftliche Studien haben wir noch nicht durchführen lassen. Was wir hier aufgeführt haben sind unsere Erfahrungen und Studien, die wir momentan unseren Interessenten und Kunden weitergeben können, damit sie sich ein Bild machen können.


Hat jemand selbst Erfahrung in der Hohlbauweise? Was haltet ihr von unserer Konstruktion? Schreibt uns gerne eure Meinungen, Kommentare oder Anregungen, wir freuen uns darüber!

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